Villa Rustica St. Ulrich (2)

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Die gallo-romanische Villa von St. Ulrich (Frankreich) - wieder entdeckt und fast vergessen

Die Villa

Die Villa Rustica mit ihrer Domäne liegt verkehrsgünstig keine 800 m entfernt von der römischen Straßenverbindung zwischen Argentoratum (Straßburg) und Durocortorum Remorum (Reims).

Die Einteilung der Villa Rustica nach Wichmann in 2 große Bereiche, die in 5 Abschnitte aufgeteilt sind, wurde bis heute beibehalten.

Der größere südliche Teil (Abschnitt l bis IV) wurde im provinziellen Stil erbaut und diente als Wohn- und Arbeitsbereich. Der nördliche Bereich (V) im italischen Stil beinhaltet den Thermen- und Badebereich. Das Gebäude war über die Jahrhunderte seiner Nutzung hinweg einer Reihe von Umbauten und Veränderungen unterworfen.

Plan der Villa mit historischen und heutigen Grabungsbefunden

 

Der Kern der Villa mit den Räumen 1 bis 26 (Bereich l) wurde in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. als kleine Villa Rustica erbaut (Räume 1-26).

Die Räume ordnen sich in Form eines U um den Portikus (Raum 4), der nach Osten ausgerichtet ist. Die Anordnung der Räume ist achsensymmetrisch zur Ost-West-Achse der Villa.

Gegen Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Jahrhunderts n. Chr. wurden im Westen der Bereich II mit Peristyl und im Osten die zwei Flügelbauten III und IV angebaut. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des Thermenbereiches V im Norden.

Die Mauern des Peristyls wurden mit Malereien und die Böden mit Mosaiken oder Steinplatten ausgekleidet. Reste eines Dekorfrieses mit pflanzlichen und tierischen Motiven aus dem Umgang des Peristyls sind im Museum in Sarrebourg zu besichtigen.

Durch die Erweiterung des Portikus mit einem 3,50 m breiten Säulenumgang und insgesamt 18 Säulen sowie den zwei Flügelanbauten auf insgesamt über 50 m Breite muss dem Besucher, der von Osten auf das Gebäude zutrat, der Wohlstand und der Reichtum des Villenbesitzers eindrucksvoll vor Augen geführt worden sein.

 

 

St. Ulrich, Zentralbau der Villa Rustica (Räume 1-26) von Süden

 

St. Ulrich, Portikus von Osten mit dem zentralen Raum 4

St. Ulrich, Abflussrinne im Peristylbereich

 

Da sich das Gebäude auf einem von Süden nach Norden abschüssigen Gelände befindet, musste bei der Errichtung des Thermenbereiches am Übergang zum Wohnbereich eine lange Galerie (Räume 30 und 68), die mit 11 Strebebögen verstärkt war, angebaut werden.

 

St. Ulrich, Galerie zwischen Wohn- und Thermenbereich von Norden

 

aktualisiert: 04.01.08

 

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